Ein gefährliches Spiel – iranische Hilfe für Gaza
Einem Aufruf des iranischen Rothalbmonds folgend, hätten sich nicht weniger als 100.000 Perser gefunden, die angekündigten Hilfsgüter nach Gaza zu begleiten. Jüngsten Meldungen entsprechend, sollen diese Woche zwei Schiffe vom iranischen Hafen Khorramshahr aus in Richtung Mittelmeer ablegen. Ein weiteres Schiff soll in Istanbul beladen werden. Drei Abgeordnete wollen sich via Ägypten per Flugzeug auf den Weg machen und 30 Tonnen an Medikamenten auf dem Luft- und Landweg in den besetzten Gaza-Streifen befördern. Handelt es sich dabei um eine Provokation oder eine Solidaritätserklärung?
Zumindest, wenn wir die internationale Presse verfolgen, scheint der türkische Ruf nach Aufklärung des unglücklichen Vorfalls im Zusammenhang mit der Flotte, die Hilfsgüter nach Gaza zu transportieren versuchte, im Abklingen zu sein. Bei den, von offizieller Seite angegebenen, neun Todesopfern soll es sich ausschließlich um Türken, einer von ihnen war jedoch amerikanischer Staatsbürger, handeln. Die israelische Regierung besteht darauf, die Angelegenheit landesintern aufzuklären. Bis jetzt hat Amerika dagegen keinerlei Einwände vorgebracht.
Während von israelischer Seite schon im Zusammenhang mit den Schiffen, deren Passagiere sich aus internationalen Aktivisten zusammensetzten, von Provokation gesprochen wurde, welche Position nimmt man dort gegenüber Hilfsgütern aus dem Iran ein? Ein Land, dessen Präsident für seine Einstellung gegenüber Israel mehr als bekannt ist?
Wie anfangs erwähnt, so sollen es, iranischen Angaben zufolge, 100.000 Menschen gewesen sein, die sich dem Konvoi anschließen wollten. Von den 290 Abgeordneten wären ebenfalls 200 bereit, die Reise in Richtung Gaza anzutreten.
Wie wird die Weltöffentlichkeit dazu stehen, falls auch dieser Transport angegriffen werden wird? Die israelischen Behauptungen, dass sich auf der Mavi Marmara auch eine Gruppe von ausgebildeten und bewaffneten Terroristen befunden hätte, werden überwiegend angezweifelt. Würden Opfer aus dem Iran in der westlichen Welt ähnliche Sympathien genießen?
Öffnet sich nicht gleichzeitig auch ein Spielraum für Spekulationen? Militärexperten sind sich einig, dass das Vorgehen der israelischen Kriegsstreitkräfte beim Anhalten der Mavi Marmara äußerst ungeschickt war. Beim Abseilen der Soldaten war mit Gegenwehr, mittels zur Verfügung stehender Mittel, zu rechnen. Und es war jenes Schiff, auf dem sich vorwiegend Menschen befanden. Die reinen Kargo-Schiffe wurden auf übliche Art und Weise zum Anhalten gezwungen. Ein Beschuss des Antriebes bzw. Ruders der Mavi Marmara hätte den gleichen Effekt erzielt, jedoch ohne Menschenopfer, ohne erforderliche „Notwehr“.
Seit Jahren berichten israelische Zeitungen, dass ein Erstschlag gegen die nuklearen Forschungsanlagen im Iran bestens vorbereitet sei. Seit Jahren berichten westliche Medien, dass es sich bei Präsident Ahmadinedschad um ein Risiko für die Weltsicherheit handle. Iran ist weltweit der viertgrößte Erdölproduzent.
Was könnte ein einziges Todesopfer während dieser geplanten Mission, ungeachtet der wirklichen Absichten, für Konsequenzen nach sich ziehen?
Und alles passiert, während die Aufmerksamkeit vieler auf die Fußball-WM in Südafrika gerichtet ist. Ein Großereignis, bei dem, amerikanischen Sicherheitssprechern zufolge, mit einem Terroranschlag gerechnet wird.
Ebenfalls nicht uninteressant ist es, die Stimmung in Israel und die Einstellung der dort lebenden Menschen zu den Vorkommnissen zu verfolgen. Der beste Weg dazu ist es, die Kommentare zu den Artikeln in der Jerusalem Post zu lesen.










