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Unnötiges Gesundheitsrisiko durch Duftstoffe in Kinderspielzeug

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Die Gesundheit ist bekanntlich unser höchstes Gut, es liegt jedoch längst nicht mehr selbst in unserer Hand, uns diese zu bewahren. Denn wir sind alltäglich einer Vielzahl von Chemikalien in unserem Umfeld ausgesetzt, die unsere Gesundheit nachhaltig schädigen können. Der Minimierung von Alltagschemikalien sollte seitens der Politik und verantwortlichen Behörden oberste Priorität eingeräumt werden, besonders wenn es um die Gesundheit von Kindern geht. Bekanntlich ist das kindliche Immunsystem noch nicht ausgereift und infolgedessen gegenüber Schadstoffexpositionen besonders empfindlich.

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Mit Chemikalien in Kinderspielzeug wird weiterhin nicht gegeizt

plastik spielzeugDie besorgniserregenden Untersuchungsergebnisse schadstoffbelasteter Kinderspielsachen der Stiftung Warentest, sorgten in der Vorweihnachtszeit 2010 für umfangreichen Medienwirbel und große Verunsicherung bei den Eltern, was sie ihren Kindern überhaupt noch bedenkenlos zum Spielen schenken können. Umso unverständlicher sind die aktuellen Begebenheiten anzusehen, denn das weitverbreitete Vorhandensein regelrechter Giftcocktails in Kinderspielsachen ist nach wie vor die bittere Realität – angefangen von Weichmachern, Formaldehyd, PAKs und VOCs, Schwermetallen, Lösungsmitteln, Blei, Cadmium sowie Nickel, bis hin zu Duftstoffen.

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Viele dieser chemischen Substanzen sind u. a. krebserregend und fortpflanzungsschädigend. Besonders unter dem Aspekt des hochgradig allergieauslösenden Potentials von Duftstoffen ist es völlig inakzeptabel, Kinder dieser unnötigen Gesundheitsgefahr auszusetzen. Beim Spielen mit bedufteten Teddys & Co. können die giftigen Chemikalien sowie weitere toxische Schadstoffe über den Mund, die Atemluft und die Haut in den kindlichen Organismus gelangen und dort schwere gesundheitliche Langzeitschäden verursachen.

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Synthetische Duftstoffe sind Chemikalien und haben in Kinderspielzeug nichts zu suchen

Um die Umsätze zu steigern und zum Kauf zu animieren, greift die Spielwarenindustrie hier zu fragwürdigen Methoden. Immerhin wird die Gesundheit der Kinder durch Duftstoffe in Spielsachen völlig unnötig aufs Spiel gesetzt. So dienen diese lediglich dazu, sich von der Konkurrenz abzuheben sowie Eigengerüche der Produkte zu überdecken. Lt. Angaben der Hersteller möchte man mit Duftstoffen die Sinnesreize der Kinder anregen. Diese Vorgehensweise ist nicht hinnehmbar, zumal Duftstoffallergien bei Kindern in den letzten Jahren stark zunehmend sind und eine einmal erworbene Kontaktallergie auf Duftstoffe als unheilbar gilt. Sie bleibt ein Leben lang bestehen, man kann lediglich die Symptome behandeln.

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Immer mehr Kinder sind durch Duftstoffe gesundheitlich geschädigt

Das Bundesinstitut für Risikobewertung beurteilt die aktuell zugelassenen Grenzwerte für deklarationspflichtige Duftstoffe in Spielwaren, als zu hoch und empfiehlt den Kontakt mit Duftstoffen bereits im Kindesalter zu vermeiden. Ebenso weist die Behörde darauf hin, dass die lt. EU-Spielzeugrichtlinie 55 verbotenen Duftstoffe auch tatsächlich nicht nachweisbar sein sollten. Weiterhin spricht sich das BfR dafür aus, dass Spielzeug für Kinder unter drei Jahren, welches in den Mund genommen werden kann, generell Duftstoff-frei sein sollte. Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge liegt die Sensibilisierungsrate bei Kindern unter drei Jahren deutlich höher als bei älteren Kindern oder Erwachsenen.

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Das BfR gibt zu bedenken, dass man sich im Alltagsleben vor Duftstoffen kaum entziehen kann, da die gesundheitsschädigenden Chemikalien heutzutage quasi allgegenwärtig sind. Diese Situation ist alarmierend, denn viele Kinder, sogar Kleinkinder, sind gegenüber Duftstoffen nachweislich sensibilisiert. Das BfR rät zur Minimierung bzw. zu einer strikten Vermeidung von Duftstoffen. Immerhin kann das Leben der Kinder durch die allergieauslösenden Alltagschemikalien derart nachteilig beeinflusst werden, dass u. a. mit Auswirkungen auf die Berufswahl zu rechnen ist.

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Dass Kinder mit allergenen Duftstoffen in Kontakt kommen, ist längst keine Seltenheit, schließlich weitet die Spielwarenindustrie ihr Repertoire an beduftetem Kinderspielzeug stetig aus und bringt neben Kinderparfüms beduftete Puppen, Autos, Puzzles, Seifenblasen, Schreibpapier, Radiergummis, Textmarker, Spielbälle etc.. auf den Markt. Das BfR gibt an, dass die toxischen Duftstoffe durch Hautkontakt wie auch durch Inhalation in den Organismus gelangen können und bereits ein hoher Prozentsatz der Kinder gegenüber Duftstoffen sensibilisiert ist. Die in Spielwaren festgestellte Kombination mehrerer synthetischer Duftstoffe wird als besonders allergiefördernd bewertet. Die Spielzeugverordnung erfasst nicht einmal alle in der Kosmetikrichtlinie als gesundheitsschädlich eingestuften Substanzen. Demnach ist akuter Handlungsbedarf dringend von Nöten.

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Industrieschutz hat in Deutschland Vorrang vor Gesundheits- und Verbraucherschutz

Die Aufgaben des Bundesinstitutes für Risikobewertung liegen u. a. in der Bewertung von Risiken durch Chemikalien in Alltagsprodukten zum Schutz der Gesundheit der Verbraucher. Bezüglich bedufteter Spielwaren empfiehlt das BfR allergene Duftstoffe in Kinderspielzeug zu vermeiden bzw. die derzeitigen Grenzwerte zu senken, da diese oftmals zu hoch angesetzt bzw. gar nicht nicht existent sind.

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Das Allvorhandensein von Duftstoffen in fast allen Lebensbereichen bereitet nicht „nur“ der Chemieindustrie himmlische Umsätze und Rekordgewinne, sondern lässt vermutlich auch die Kassen der Pharmaindustrie massiv klingeln. Denn die kontinuierliche Zunahme an immer jüngeren Dauerpatienten und die Behandlung ihrer chronischen Leiden schlägt sicherlich nicht unerheblich zu Buche. Die Allgemeinheit hingeben zahlt die bittere Zeche, denn die Sozialkassen werden durch diese besorgniserregende Entwicklung immens belastet.

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Kinder sind unsere Zukunft, doch das scheint durch das Profitdenken der Hersteller und mangelnden Verbraucherschutz weit ins Abseits gedrängt. Doch genau dies ist die falsche Strategie, denn immerhin sind Kinder die Kunden von morgen. Bekanntlich konsumieren Kranke weniger auf Grund ihrer gesundheitlich bedingten Einschränkungen, die insbesondere bei Duftstoffallergien nicht zu unterschätzen sind und auf viele Lebensbereiche gravierenden Einfluss nehmen. Dessen sollten sich die Hersteller schadstoffhaltiger Produkte bewusst sein. Ebenso sind die politischen Verantwortlichen nach wie vor in der Bringschuld, greifenden Gesundheits- und Verbraucherschutz in puncto Duftstoffen wie auch weiteren Umweltfaktoren zu bewerkstelligen. Um tatsächlichen Gesundheitsschutz zu gewährleisten, ist es keinesfalls ausreichend, wenn Behörden wie das BfR lediglich Bewertungen über Gesundheitsrisiken durch Chemikalien im Alltag vornehmen sowie Empfehlungen aussprechen, deren Umsetzung und notwendige Konsequenzen jedoch durch ein Zuviel an Bürokratie ewig auf sich warten lassen bzw. zur Wahrung von Industrieinteressen schlichtweg im Sand verlaufen. Statt unnötigerweise die Wartezimmer der Arztpraxen zu füllen, sollten Kinder eine gesunde und unbeschwerte Kindheit genießen dürfen.

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Über Maria Herzger